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Kategorie: Prävention, Untersuchungen
27.03.2016 800 kcal/Tag und glücklich, wenn das Gewicht nicht steigt.
Bei der JoJo-Diät mehr Gewicht als vorher? Jede Woche kommt eine neue Diät. Nur bei Ihnen schlägt sie nicht an bzw. allenfalls die verminderten Kalorien führen zur anfänglichen leichten Gewichtsreduktion, aber dann geht nichts mehr? Lesen Sie, welche Bakterien Ihnen helfen, welche Bedeutung Ihre Genetik an dem Stoffwechsel hat und warum Nahrungsmittelunverträglichkeiten das Gewicht erhöhen.

800 kcal/Tag und glücklich, wenn das Gewicht nicht steigt.

So eine Situation ist gar nicht mal so selten. In einer sehr kalten karstigen Gegend oder in Krisenregionen mit Hungersnot haben diese Menschen, die mit ihrer Bakterienflora sogar aus Baumrinde oder Zeitungspapier noch Energie ziehen können, einen echten Überlebensvorteil. In unserer heutigen Lebenssituation ist das aber mitunter hinderlich, da das Essen ja auch etwas mit Geselligkeit und Genuss zu tun hat. Eine Fehlbesiedlung im Darm zieht ein Leaky-Gut Syndrom nach sich und dass wiederum führt zum Übertritt von Darminhalt  in die Blutbahn, was sonst nicht passiert wäre. Dieses setzt eine sogenannte silent inflammation in Gang, die neben Übergewicht eine Vielzahl chronisch degenerativer Erkrankungen fördert. Dazu gehören psychische, neurogene, diabetische, arteriosklerotische Erkrankungsformen und chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Versuche an Mäusen haben gezeigt, dass die Verabreichung des Stuhl mutiger Mäuse auch den Charakter der Empfängermaus in dieser Richtung beeinflusste. Die Gabe eines Antibiotikums, das diese Flora beseitigen konnte, veränderte auch wieder die Charaktereigenschaft zu mehr Ängstlichkeit. Bei Burnoutsituationen, Depressionen, M. Alzheimer, Demenzen, MS, M. Parkison, neurogenen degenerativen Erkrankungen kontrolliere ich den BDNF. Neben den hinter diesem Link aufgeführten Theapien achte ich auch auf die Darmflora. Lactobacillus rhamnosus z.B. kommt in Kefir vor und ihm wird eine Funktion zur Gewichtsreduktion und zu mehr Mutigkeit zugeschrieben, was auch für das Bifidobacterium longum gilt. Macht man sich solche Zusammenhänge klar, ergeben sich ganz neue Behandlungsmöglichkeiten bei psychischen Auffälligkeiten und Gewichtsproblemen, die sinnvoller Weise vor dem Einsatz von Psychopharmaka genutzt werden sollten. Dieses gilt noch viel mehr für Keime, die auch hirngängig sind. Ich denke hier an Borrelien, Toxoplasmen, Syphillis, Viren etc. . Weitere Bakterien, die eher bei schlanken Menschen zu finden sind, lauten Lactobacillus gasseri, casei und plantarum, Bifidobacterium lactis und breve, die Prevotella-Arten, Bacteroides-Arten und vor allem das Akkermansia munciphila-Bakterium. Letzteres mag aber kein Fett, so dass man dieses Nahrungsmittel maßvoll und primär mit den wichtgen Omega-3-Fettsäuren bedienen sollte. Wie es bei Ihnen aussieht, kann man mit einer Mikrobiomanalyse erfassen, ich arbeite da mit dem Labor Biovis zusammmen. Die anderen Lactobacillen, Clostridien, Staphylokokken und die große Gruppe der Firmicuten gehören eher zu den Überlebenskünstlern in der Hungersnot. Die gesündeste Art der Darmsymbiose ist ein Weg, bei dem man die gewünschten Bakterien ergänzt und deren Lieblingsspeise ißt. Die muss auf jeden Fall Halbcellulosen und Pektine enthalten, denn sonst wollen sie sich weder vermehren, noch seßhaft werden. Die ungesündere Art beginnt mit der Verabreichung eines Antibiotikums, dass nicht resorbiert wird und es folgt dann obiger Aufbau. Dennoch muss man dann ein Eßverhalten pflegen, das diesen Bakterien schmeckt, denn sonst kann sich eine gesunde Darmflora auch binnen weniger Tage wieder wandeln, wie Studien an Menschen bereits gezeigt haben.
Das Thema der Stuhltransplantation wird immer wieder bei mir nachgefragt. Nun habe ich im Internet eine Praxis gefunden, die den Anschein hat, dass man dieses dort als IGEI buchen kann. Ich arbeite da gerne unterstützend zu. Gewichtsreduktionen mit den richtigen Bakterien schützen die Muskulatur und nutzen das Fettgewebe. Die gleiche Kalorienlast mit der richtigen Zusammensetzung kann zu zwei Drittel stärkerem Gewichtsverlust führen. Angst vor Untergewicht muss man dabei nicht haben, denn ein Mehr an Kalorien ist ja jederzeit möglich. Eine gesunde Darmflora schützt vor dem Leaky-Gut Syndrom und vermittelt auch ein Sättigungsgefühl und senkt den Hunger auf Süß. Sie sollten langsam essen und gut kauen, sonst ist der Teller leer, bevor ein Sättigungsgefühl entstehen kann. Wichtig sind ausreichende Bewegung und auch ausreichender Schlaf. Alkohol bremst die Fettverbrennung und hat in der Verstoffwechselung Vorfahrt, daher sollte er gemieden werden. Ein Ernährungsprotokoll kann bei der Überprüfung der ausreichenden  Mikronährstoffversorgung hilfreich sein. Allerdings ist es für den Patienten oft kaum vorstellbar, wie gut er sich versorgt und welche bescheidenen Laborwerte wir ermitteln. Entweder ist in der Nahrung nicht mehr drin, was die Nährwerttabelle behauptet oder es wird nicht resorbiert oder es besteht ein Mehrbedarf. Das hat zur Folge, dass die eigentlich gesunde Ernährung dann auch noch einer Ergänzung bedarf, deren Kosten aber, trotz dieser Nachweiskette, nicht von den Kassen übernommen werden. Eine Optimalversorgung ist wie in der Schule mit sehr gut zu bewerten und eine ausreichende bis mangelhafte Versorgung entspricht eher der Versetzungsgefährdung.


Die Gendiät

Was ist das denn nun schon wieder, ich dachte gerade, dass ich die Problemlösung gefunden hätte?
Die Auswertung vieler Ernährungsstudien hat ergeben, dass es genetisch vier metabolische Typen gibt. Sie werden mit Alpha, Beta, Gamma und Delta bezeichnet. Diese Typen werden durch die Polymorphismen der metabolischen Genabschnitte ermittelt. Hält man sich nicht an die genetisch optimale Ernährungsmischung, dann entstehen eben auch Entzündungparameter, Genabschnitte werden aktiviert  oder stumm geschaltet, es entstehen also epigentische Phänomene. Diese Optimalernährung kann bei vier Familienmitgliedern auch vier verschiedene Typen aufzeigen, so ist das eine Geschwisterteil bei gleicher Ernährung schlank und das andere dick. Führt  man nun die  Darmsymbiose und die Genetik  zusammen, dann kann man mit  normalem Essverhalten und einer Kalorienlast um die 2000 kcal/Tag auch schlank bleiben oder eben mit 1500 kcal auch Gewicht abbauen. Ich werde diesen Test in der nächsten Woche anbieten können. Die Auswertung durch das Labor ermöglicht einen Ernährungplan und per App können Sie beim Einkaufen checken, ob das gewählte Nahrungsmittel okay ist oder Sie rufen ein Rezept für Ihren metabolischen Typ auf und die App begleitet Sie beim Einkauf,  wenn z.B. eine Zutat getauscht werden soll. Stellen Sie ihre Ernährung auf Ihren metabolischen Typ um, müssen Sie auch nicht mit einem JoJo-Effekt rechnen, der nach jeder Diät zu einem Mehr an Gewicht führt, als Sie vor der Diät hatten. Der Test ermöglicht es auch zu ermitteln, ob Sie eher mit Ausdauersport, Intervalltraining oder Kraftsport Energie verbrennen. Dieser Service ist in dem Laborkostenpreis enthalten, wenn Sie diese Variante auswählen. Meine Erläuterungen und die Probengewinnung sind extra zu bezahlen. Der Alpha-Typ soll sich z.B. mit 30 % Kohlenhydraten, 50 % Eiweiß und 20 % Fett ernähren, während z.B. der Gamma-Typ bei den Kohlenhydraten mit 55% zuschlagen und sich bei Eiweiß mit 25% und Fett mit 20 % zurückhalten soll.
Dieser Test wurde schon mehrfach von kritischen Journalisten getestet und bisher immer bestätigt.


Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Tests, die sich mit IgG-vermittelten Unverträglichkeiten beschäftigen, weisen das Bemühen des Körpers aus, die gegessenen Nahrungsmittel verträglich zu machen. Manche Menschen reagieren auf ganz viele Nahrungsmittel, manche auf wenige und einige auf gar keine. Das Hauptargument der Kritiker ist, dass die Reaktion völlig normal sei und dass man auf alle Nahrungsmittel, die man esse, reagiere. Dem kann schon dadurch widersprochen werden, dass die Ergebnisse eben so unterschiedlich sind, wie oben beschrieben. Die eigentliche Ursache für die vielfältige Reaktion liegt vermutlich in einem vormals bestandenem oder immer noch bestehendem Leaky-Gut Syndrom, so dass der Körper durch die Nahrung nicht gestärkt wird, sondern in eine Abwehrhaltung und Entzündung kommt, die dann unter anderem das Gewicht erhöht. Wird nun das Leaky Gut Syndrom behandelt und die Ernährung verändert, nehmen die Patienten innerhalb weniger Wochen bei normaler Essmenge zwischen 2 und 8 kg ab, bevor die Abnahme dann stagniert. Zunächst scheinen diese Entzündungsprozesse der silent inflammation Wasser zu binden, aber wohl auch Fett aufzubauen. Vielleicht ist die Speicherung weniger gefährlich als die Verstoffwechslung dieser Nahrung.
Eine Histaminunverträglichkeit mit einer pseudoallergischen Reaktion ist davon abgesetzt zu betrachten.
Eine Überprüfung der Sensibilisierung mit Gliadin- und Transglutaminase-AK im Stuhl auf Gliadin und Gluten ist ebenfalls sinnvoll.
Das man auf IgE-positive Nahrungsmittel verzichtet, ist selbstverständlich, denn dann kommt es zu einer allergischen Sofortreaktion.
Mitunter hat man aber auch der Sofortreaktion vergleichbare Reaktionen und man findet keine Antikörper. Hier kommt nun der ALCAT-Test ins Spiel. Antigen Leukocyte Cellular Antibody-Test heißt er ausgeschrieben. Kritiker sprechen hier von nicht reproduzierbaren Ergebnissen. Nun ist gerade eine nach GCP-Kriterien durchgeführte randomisierte und doppelverblindete Studie der Universität Yale entblindet worden und befindet sich kurz vor der Veröffentlichung. Dann wird sich die Meinung wohl  ändern. Zwei Probanden mit dem EPX-Nachweis im Stuhl als Hinweis auf eine chronisch entzündliche Darmerkrankung oder eosinophil vermittelte Nahrungsmittelunverträglichkeit haben nun die Chance, diesen doch recht teuren Test, im Rahmen einer Behandlungsserie mit der Öffnet externen Link in neuem FensterOxyvenierung zum einfachen GOÄ-Satz, wiederholt kostenlos durchführen zu lassen, s.o..

Beachten Sie bitte auch die Öffnet externen Link in neuem Fensterkostemlose Colitis ulcerosa-Studie!


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