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Christlicher Arzt

Ich bin katholisch getauft und im christlichen Glauben aufgewachsen. Ich war Messdiener, Vorsänger, Lektor, Jugendgruppenleiter. Erst wollte ich Pfarrer werden, dann zweifelte ich, ob der Zölibat für mich richtig sei, dann wollte ich Rechtsanwalt werden, denn die Leute streiten immer, hatte aber Skrupel einen wirklichen Verbrecher frei zu boxen und dann wollte ich Arzt werden, weil die Leute auch immer krank werden und die Medizin weltweit Anwendung finden dürfte. Mein Vorbild war aber eigentlich Old Shatterhand mit seiner Authentizität, seinem Gerechtigkeitssinn, seinem Maß für die Verhältnismäßigkeit der Mittel und seinem unerschütterlichen Glauben an Gott und dem Bekenntnis des Verbrechers Old Wabble zu Jesus Christus, mit der Bitte um Vergebung, in der Stunde seines Todes.

Es heißt, das Gott gerecht ist. Dennoch hat er oft einfach nur vergeben, es wurde nicht gesühnt. Der Glaube an Jesus Christus als seinen Sohn, der deshalb am Kreuz gestorben ist, damit die Schuld und die Sünden aller, die an ihn glauben, durch diesen Tod getilgt sind, entspricht diese Sühne. Es trat also wieder Gerechtigkeit ein und daher darf sich der gläubige Christ sicher sein, dass Gott ihm vergibt, denn Jesus selbst sitzt als unser Fürsprecher und Entschuldner Gott zur rechten Seite. Deshalb kann Gott gerecht und barmherzig sein und der Gläubige muss nicht ängstlich hoffen, sondern darf sich dessen sicher sein.

Die christliche Lehre hat mich so beeinflusst, dass sie für mein Tun und Handeln zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Dabei bin ich als christlicher Arzt sicherlich nicht der Vorzeigechrist, der durch regelmäßige Teilnahme an sonntäglichen Gottesdiensten als solcher zu erkennen wäre. Nein - Kirche als Institution war sicherlich auch nicht das, was Jesus meinte, als er zu Petrus sagte, dass er auf ihn seine Kirche bauen wolle. Kirche als weltweite Gemeinde von Menschen, die im christlichen Glauben eine Gemeinschaft miteinander und über Jesus als Teil Gottes, zu Gott finden, aber sehr wohl.

Wer eine Verbindung zu Gott hat, ist nie allein. Das ist immer wichtig, aber insbesondere in meinem Beruf als christlicher Arzt treten immer wieder die Situationen auf, wo ein Patient oder ein Angehöriger fragt: "Warum ich ?, Warum das mir?, Wie kann Gott das zulassen? Gibt es einen Gott?, Wie ist das mit dem Sterben?, Tut das weh?, Gibt es ein Leben nach dem Tod?,  Werde ich meinen Partner wiedersehen?", und so weiter.

Was soll ich dann sagen? Ich mache mir als gläubiger Christ darüber keinen Kopf, denn ich vertraue darauf, dass mir der heilige Geist in den Momenten, in denen von mir ein Zeugnis gefordert wird, mit den richtigen Worteingebungen zur Seite steht. Ich bin christlicher Arzt und kein Missionar, aber ich lebe meinen Beruf mit Berufung. Das heißt nicht, dass ich keine Rechnungen stelle, aber ich rechne auch nicht alles auf.

Wenn ich einen Patienten begleite, dann gehören auch Gespräche über das "Woher komme ich? - Wer bin ich? - Wohin gehe ich?" mit zum hausärztlichen Gespräch.

Da hilft es zu wissen, dass, wenn zwei in Jesu Namen zusammen sind, dieser in unserer Mitte weilt. Hoffnung, Vertrauen, Rückbesinnung, Vergebung, Freigabe, Lebensübergabe sind wichtige Markierungen auf dem Weg zur Genesung oder zum friedlichen Sterben. Nicht ich heile den Menschen, sondern ich kann mit meinem bescheidenen Wissen dazu beitragen, dass die Selbstheilungskräfte des Patienten ausreichend stark sind. Hier ist der Glaube, der Berge versetzen kann, nicht zu unterschätzen. Auch Jesus hat nie gesagt: "Ich mache Dich gesund", sondern es heißt immer so wie: "Dir geschehe nach Deinem Glauben", "Dein Glaube hat Dir geholfen " und so weiter.

Ich bin dankbar für das, was ich erreichen durfte und bin zufrieden mit meinem Beruf.

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