Kategorie: Untersuchungen, Schmerztherapie
09.12.2018 Das aktive Schildddrüsenhormon, fT3, wird in den Organen aktiviert.
Eine im Blut als normal gemessene Schilddrüsenfunktion kann in den einzelnen Organsystemen dennoch total davon abweichen, denn jedes Organsystem hat seine eigenen Optimalwerte und kann die auch selbst einstellen. Eine Fehlfunktion der Schilddrüse und dieser gewebslokalen DIO2- und DIO3-Aktivität, das sind die Dejodasen, die das Schilddrüsenhormion aktivieren und deaktiveren können, können die Ursache von Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerz und einer Vielzahl weiterer Symptome sein. Die betroffenen Organe sind vor allem in abfallender Reihenfolge die Schilddrüse, die Speiseröhre, das Endometrium, das Gehirn, die Prostata, das Herz, die Gallenblase, die Gebärmutter, dann nahezu gleich viel die Harnblase, die Hoden, die Haut, der Magen und noch deutlich geringer, der Dünndarm, der Dickdarm, die Nebennieren und der Rest des Körpers. Knorpelschäden, Wachstumsverzögerungen, Osteoporose, Muskelschmerzen, Erschöpfungssyndrome sind Teil dieses Artikels. Anhand der Organliste kann man aber leicht erkennen, dass das nur ein Ausschnitt der Bedeutung der Schilddrüsenhormondiagnostik sein kann. Das Reverse-T3 und die Kofaktoren der Dejodasen sollten dabei ein fester Bestandteil sein.

Eine Fehlfunktion der Schilddrüse kann die Ursache von Knochen-, Gelenk- und Muskelschmerz sein.
Diese Symptome können sich sowohl bei einer Unter- als auch bei einer Überfunktion zeigen, denn jedes Organsystem hat so seine persönlichen Optimalwerte an fT3, während wir im Blut ja nur einen Mittelwert der Hormone messen können. Die Blutmessung gibt uns aber einen Anhalt und eine Range vor, denn wenn wir diesen Rahmen überschreiten, dann sind andere Nebenwirkungen gefährlicher Art bekannt.
Im peripheren Gewebe, also ausserhalb der Schilddrüse, dejodiert die DIO2 das T4, also das Thyroxin, in T3, das Trijodthyronin. Es kann in diesem Gewebe also eine Unter- als auch eine Überfunktion geben. DIO3 ist der Gegenspieler und kann das aktive T3 wieder inaktivieren. Dessen Überfunktion bewirkt also eine lokale Unterfunktion oder Unterversorgung mit T3. Der Link zur DIO2 zeigt, welche Organe besonders viel Bedarf an T3 haben, nämlich in abfallender Reihenfolge die Schilddrüse, die Speiseröhre, das Endometrium, das Gehirn, die Prostata, das Herz, die Gallenblase, die Gebärmutter, dann nahezu gleich viel die Harnblase, die Hoden, die Haut, der Magen und noch deutlich geringer, der Dünndarm, der Dickdarm, die Nebennieren und der Rest des Körpers. Ein sehr hoher fT3-Wert fördert den Knochenabbau. Das sollte man bei Menschen mit einem geringen Bewegungsmuster, also insbesondere bei Senioren, beachten. Findet man dabei erhöhte Kalziumwerte im Blut und Vollblut, kann das zu Muskelschwäche, Muskel- und Gelenkschmerzen führen. Die Korrektur der Schilddrüsenüberfunktion führt dann zu vermehrtem Kalziumeinbau in den Knochen, so dass es auch vermehrt mit der Nahrung oder der Nahrungsergänzung angeboten werden muss, denn zu wenig Kalzium kann zu Muskelkrämpfen führen. Das erklärt auch, warum Magnesium nicht immer der Retter ist.
Ein erhöhter T3-Wert beschleunigt bei Kindern das Wachstum und führt zum vorzeitigen Schluss der Epiphysenfugen mit konsekutivem
Minderwuchs. Ein verminderter T3-Wert verlangsamt das longitudinale Knochenwachstum und die enchondrale Ossifikation
. Erwachsene haben keine Epiphysenfugen mehr, dennoch zeigen Studien die Bedeutung der Schilddrüsenhormone für den Gelenkknorpel an und weisen gleichzeitig nach, dass es dort keinen Mangel an Wachstumshormonen gibt. Schwellungen und Gelenkergüsse, aber auch Veränderungen, die der Heberdenarthrose ähneln und sogenannte Uhrglasnägel sollten den Verdacht auf eine lokale Hypothyreose lenken.
Eine Hyperthyreose erhöht den Cortisolbedarf. Drehe ich an dem einen Rädchen, muss ich das andere im Auge behalten und hier vielleicht mit einem Cortisoltagesprofil schauen, ob der Körper den Mehrbedarf decken kann. Wenn nicht, entwickeln sich Symptome des Burnout-Syndroms.
Muskelschmerzen und erhöhte CK-Werte sprechen für einen Mangel an T3. Als wichtige Differentialdiagnose steht die Polymyositis im Raum und weitere Komedikationen, wie z.B. Cholesterinsenker sind zu beachten.
Bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse ist auch immer daran zu denken, dass auch andere Organe eine Autoimmunreaktion zeigen können, wie Rheuma, systemischer Lupus erythematodes etc. Eine Fibromyalgiesymptomatik könnte nicht nur durch Carbonylstress, sondern auch durch einen zu niedrigen T3-Wert bedingt sein.
Reverse T3 ist T3, ist aber verkehrt herum gebaut und wirkt daher nicht. Liegt also ein normaler T3-Spiegel vor und die Symptomatik hätte etwas anderes erwartet, wäre die Bestimmung des rT3 der nächste Schritt.


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