Kategorie: Prävention, Durchblutungstherapie
19.11.2018 Hoch aufgereinigtes EPA-lastiges Fischöl senkt die Rate der Herzkreislaufereignisse um 25 %, wie die Reduce IT-Studie bestätigt.
Die Reduce-IT-Studie erbringt den Nachweis, dass nur mit hoch aufgereinigten Fischölen mit EPA-lastiger Zusammensetzung ein positives Ergebnis zu erzielen ist. Dazu wurde ein patentierbares Produkt verwendet, das von der FDA als Diätzusatz zugelassen ist, um erhöhte Fettwerte, also Triglyceridwerte, zu senken. Der Hersteller weist aber ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei diesem Produkt zwar um eine Substanz aus Fischöl, aber eben nicht um Fischöl handelt, da es EPA in reiner Form als Icosapent-Ethyl enthält. Die Einahme von 2g/d über 4,9 Jahre reduziert die Rate der kardiovaskulären Ereignisse von 22% in der Placebogruppe auf 17,2% in der Verumgruppe, relativ also um ca. 25% und das als monotherapeutische Maßnahme.

Die Reduce-IT-Studie erbringt den Nachweis, dass nur mit hoch aufgereinigten Fischölen mit EPA-lastiger Zusammensetzung ein positives Ergebnis zu erzielen ist. DHA kann vom Körper aus dem EPA sehr leicht gebaut werden, allerdings klappt es mit der Rückumwandlung fast gar nicht. DHA senkt zwar den Blutdruck und  ist antientzündlich im Gehirn wirksam, aber es erhöht den LDL-Spiegel. Damit dieses LDL nicht oxidiert und besonders schädlich wird, sollte man sich großzügig mit Antioxidantien versorgen. EPA ist der Gegenspieler zu AA und AA, die Arachidonsäure, fördert die Thrombozytenaggregation, bremst also den Blutfluß. Die Reduce IT-Studie zeigt auch, dass mindestens 2 g EPA/Tag eingenommen werden müssen, um diese positiven Effekte zu erzielen. Damit wird auch erklärt, warum so viele Studien, die unterdosiert durchgeführt wurden, keine entsprechenden Ergebnisse lieferten. Ich setze noch eine Argument drauf. Fischöl, das nach Fisch riecht oder schmeckt, ist bereits oxidiert und kann zwar die Laborwerte kosmetisch aufhübschen, erzielt aber keine positive Wirkung. Es ist auch ein Irrglaube, dass man mit ALA, also pflanzlicher a-Linolensäure diese positiven Effekte erzielen könne. Nur unter einer Optimalversorgung mit allen Kofaktoren sind maximal  10% als Umbaurate von ALA zu EPA zu erwarten. Im Ergebnis sank nach 4,9 Jahren der täglichen Einnahme von mindestens 2 g EPA die Rate der Studienendpunkte, nämlich Tod durch kardiovaskuläre Ursache, Hirn- oder Herzinfarkt, Krankenhauseinweisung wegen instabiler Angina pectoris oder notwendige Intervention an den Herzkranzgefäßen, von 22% in der Placebogruppe auf 17,2% in der Fischölgruppe. Relativ betrachtet senkt EPA als Einzelmaßnahme das Risiko eines Herzkreislaufereignisses also um 25 %.
Somit ist nun offiziell bestätigt, was ich seit einigen Jahren schreibe und vortrage.

Ob die Dosis individuell die richtige ist, kann man mit dem AA/EPA-Quotienten sowie der LC-Omega-3 bzw. von Schky-Index erfassen. Dazu bestimme ich die Fettsäuren aus der Membran der roten Blutkörperchen.

Das die Kassen nun sagen werden, dass sie die Kosten für so eine Therapie übernehmen, wage ich trotz dieser eindeutigen Studienlage zu bezweifeln.


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