15.04.2018 Plastikpartikel in Mineralwasser - biologisch bekannt als hormonelle Disruptoren.
Plastikpartikel sind mittlerweile überall zu finden. Wasser dagegen gilt noch als eines der saubersten Lebensmittel, wenn es denn aus großen Tiefen gewonnen wird und nicht schon mit Nitrat und Cadmium oder Glyphosat aus der Landwirtschaft verunreinigt ist. Wasser aus Vulkangestein dürfte radioaktiv sein. Verunreinigungen im Oberflächenwasser mit epigenetischen Veränderungen in der Tierwelt und antibiotikaresistente Keimvermehrungen sind Teil der aktuellen Diskussionen. Umweltmedizinische Aspekte als Teil der Entstehung von Volkskrankheiten, immerhin dürften 5-10% der Bevölkerung Symptome wie ein chronisches Müdigkeitssyndrom oder multichemisches Sensitivitätssyndrom oder Fibromylagie haben, aber auch der Einfluss auf die Krebsentstehung oder Diabetesentstehung, Übergewicht, ungewollte Kinderlosigkeiten und Schwangerschaftskomplikationen, Bluthochdruck etc. lassen sich mit statistischer Wahrscheinlichkeit erfassen, sind aber nicht von allgemeinem Interesse. Hier wird nun die Bedeutung der Mikroplastikanteile in ihrer eigenen Art und als Sammler weiterer Gifte sowie ein Hinweis zur Risikominderung beschrieben.

11 internationale Mineralwasserhersteller, darunter auch in Deutschland bekannte Marken wie Gerolsteiner, Evian, San Pellegrino und Nestlé Pure Life, wurden in einer Stichprobe von 250 Flaschen Mineralwasser, die an 19 verschiedenen Orten gekauft wurden, auf deren Gehalt an Mikroplastikteilen untersucht. Diese Nanopartikel sind kleiner als unsere roten Blutzellen und für das normale menschliche Auge nicht sichtbar. Die Werte schwanken zwischen null und 10.000 Partikel/l, so dass bei 93% der Proben ein Mittelwert von 325 Partikeln/l Wasser gefunden wurde.
Nilrot ist ein Farbstoff, der sich an Kunststoffe anhaftet und fluoresziert, wenn man ihn mit blau-grünem Licht beleuchtet und durch einen orangefarbene Filter betrachtet. Mit Hilfe von Filtern, die Poren von 1,5 Mikrometer = 0,0015 Millimeter haben, wurde das Wasser von Stoffen , die größer sind, gereinigt. In dem verbleibenden Wasser wurden dann Partikel wie Poly-Ethylen-Terephthalat (PET), Polypropylen und Nylon gefunden. Die Hersteller kontern mit eigenen Tests und in denen finden sich nur 0-5 Partikel. Unabhänigig dieser Qualitätsdiskussionen sind die Partikel aber so klein, dass sie über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen werden und im Körper biochemischen Einfluss nehmen. Anhäufungen werden in den Lymphknoten und der Leber erwartet. Bekannt ist, dass diese Stoffe als hormonele Disruptoren wirken. Diese Untersuchung wurde von einer der führenden Mikrokunststoff-Forscherinnen, nämlich Prof. Dr. Sherri Mason, der Vorsitzenden der Abteilung Geologie und Umweltwissenschaften an der State University of New York in Fredonia mit ihrem Team durchgeführt.

Okay, dann nehme ich eben PET-Flaschen, Getränkekartons, also Tetrapacks oder Glasflaschen und dann bin ich auf der sicheren Seite.
Weit gefehlt, denn Darena Schymanski hat in einer kleineren deutschen Untersuchung der Mineralwässer aus nur 22 unterschiedlichen PET-Mehrweg und -Einwegflaschen, aber auch 9 Glasflaschen und 3 Getränkekartons gezeigt, dass sich in allen Proben kleine (50-500 µm) und kleinste (1-50 µm) Mikroplastikpartikel nachweisen ließen. Die Einweg-PET-Flaschen hatten hier den geringsten Anteil an Partikeln. In den Mehrweg-PET wurden PET zu 84% und zu 7%  Polypropylen gefunden. Das Wasser der Glasflaschen und Getränkekartons enthielt zusätzlich noch Polyolefine, die auch noch Aluminium- und Titananteile enthalten, aus den Deckeln und Polyethylene aus der inneren Beschichtung der Getränkekartons, wie wir sie auch aus der Frischhaltefolie kennen. 80 % der gefundenen Plastikteile lagen in einer Größenordnung von 5-20 Mikrometer vor und gelten als kleinste Teilchen.

Nun gilt es die Messtechniken noch weiter zu verfeinern und auch noch kleinere Teilchen in Nanometergröße zu erfassen.

Mikrokunststoffe können Gefahren potenzieren, weil sie in der Lage sind, Schadstoffe wie polychlorierte Biphenyle (PCBs), die man auch in Muttermilch und menschlichem Fettgewebe nachweist und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs), die beim Menschen eindeutig krebserzeugend sind, wie z. B. Lungen-, Kehlkopf-, Hautkrebs sowie Magen- und Darmkrebs bzw. Blasenkrebs, in hohen Konzentrationen anzureichern, die dann über den Darm aufgenommen werden. Die finden wir auch in Fischen und Tieren, die mit Fischmehl gefüttert werden

Und nun?
Ich trinke zu Hause schon seit 20 Jahren umkehrosmosegefiltertes Wasser, das bis auf Nanopartikelgröße filtert und biete in der Praxis Wasser aus Einwegflaschen an. Auf dem Kongress zum 40-jährigen Bestehen der Internationalen Gesellschaft für Oxyvenierungstherapie e.V. am 16. und 17. Juni 2018 in Bremen wird es einen Vortrag zum Thema der Wasserqualität geben.


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