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Kategorie: Prävention, Entgiftungstherapie, Untersuchungen
05.03.2016 Das Reizdarmsyndrom gilt als eine Ausschlussdiagnose, aber was wird ausgeschlossen?
Die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, wie Zoeliakie, M. Crohn und Colitis ulcerosa, Laktose- und Fruktoseunverträglichkeit, Nahrungsmittelallergien vom IgE-Typ, Divertikel, Polypen, Tumore gehören zum Pflichtprogramm der auszuschließenden Erkrankungen.

 

Öffnet externen Link in neuem FensterReizdarm, was ist das?

Öffnet externen Link in neuem FensterVersuch einer Akuthilfe?

Die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, wie Zoeliakie, M. Crohn und Colitis ulcerosa, Laktose- und Fruktoseunverträglichkeit, Nahrungsmittelallergien vom IgE-Typ, Divertikel, Polypen, Tumore gehören zum Pflichtprogramm der auszuschließenden Erkrankungen.

Bei der Zoeliakie oder anders gesagt, der einheimischen Sprue, findet man in der Maximalvariante einen Dünndarm, der aufgrund der Entzündungsreaktion auf Gluten oder Gliadin, glatt wie ein Fahrradschlauch aussieht und damit nicht mehr in der Lage ist, die Nahrungsmittel so aufzuarbeiten, dass die Mikronährstoffe auch aufgenommen werden können. Die Diagnose erfolgt über eine Magen-Dünndarm-Spiegelung, bei der man mit Biopsien nach Endomysium-Antikörpern, als Beweis dieser Erkrankung, sucht. Das Auftreten der Symptomatik nach der Glutenexposition, also Produkte aus Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und evt. auch Hafer, kann Wochen bis Monate dauern.

Viel häufiger als diese Zoeliakie ist die Gluten- oder Gliadinsensitivität. Hierbei handelt es sich um Unverträglichkeit gegen über Eiweißen der glutenhaltigen Getreide, insbesondere des Urweizens (Dinkel) und des Weizens. Die Symptome treten innerhalb von Stunden bis Tagen auf.

Neben einer direkten Beziehung zum Darm, also Blähungen, Durchfall, krampfartige Bauchschmerzen, gibt es auch viele andere Symptome, die man nicht sofort und direkt mit dem Gluten und Gliadin in Verbindung bringt, nämlich z. B. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gelenkbeschwerden, Muskelschmerzen, Hyperaktivtät.

Ein Auslassversuch über einige Wochen schafft hier mit einem parallel geführten Symptomtagebuch schon fast Klarheit.

Im Stuhl kann man die Anti-Gliadin- und Anti-Transglutaminase-AK messen.

Das EPX gibt Auskunft über im Darm eosinophil vermittelte Entzündungen durch Nahrungsmittel, was auch beim M. Crohn und der Colitis ulcerosa bedeutsam ist, aber nicht ursächlich berücksichtigt wird.

Der, noch nicht als zu erstattende Leistung anerkannte, ALCAT-Test misst eosinophile und neutrophile Reaktionen.

Das Ausmaß der Entzündung läßt sich zusätzlich mit Calprotectin abschätzen.

Ob ein Durchlässigkeitssyndrom im Darm besteht, (Leaky -Gut-Syndrom), zeigen a1-Anti-Trypsin und Zonulin an.

Mitunter sind aber gar nicht Gluten und Gliadin die Übeltäter, sondern sogenannte Amylase-Trypsin-Hemmstoffe, die dann bestimmte Zellen des Immunsystems aktivieren. Solche Stoffe warden in die Getreidekulturpflanzen hineingezüchtet, damit die Schädlinge und Pilze auf den Getreidefeldern nicht so gut gedeihen und man dann auch weniger Pestizide benötigt. Leider kommt auch unser menschliches Verdauungssystem mit diesen Hybridzüchtungen nicht so gut klar.

Daher messe ich bei vielen sehr gesund lebenden Patienten meiner Praxis dennoch Mikronährstoffmängel und Fehlbesiedlungen im Darm, die zunächst nur mit oraler und intravenöser Ergänzung überwunden werden können, um unspezifische Symptome, die sich auf dieser Mangelsituation begründen, beheben zu können.

In solche Pflanzen werden auch Oligo-, Di- und Monosacharide, also Zuckerformen und Polyole, (Sorbit, Inositol etc.) sogenannte FODMAPs, hineingezüchtet, die nicht resorbiert werden können. Die schmecken zwar süß und sind kalorienneutral, erzeugen aber Blähungen, Durchfall und vermehrte Darmaktivität. Sie fördern das Wachstum von Bakterien, die diese Stoffe zerlegen können, so dass immer kleinere Mengen dieser Stoffe in der Nahrung zu Beschwerden führen.

Ein ganz häufiger Grund für Fehlbesiedlungen ist in der Belastung mit Öffnet externen Link in neuem FensterGlyphosat zu sehen. Öffnet externen Link in neuem Fenster75 % der Deutschen haben einen Wert von 0,5 µg im Urin, der fünffach über dem zulässigen Höchstwert von Trinkwasser liegt.
Prof Dr. Krüger ehemalige Leiterin des Instituts für Bakteriologie und Mykologie der Universität Leipzig Öffnet externen Link in neuem Fensteruntersucht und berichtet bezüglich Glyphosat bei Mensch und Tier.

 

Öffnet externen Link in neuem FensterHörbeitrag des Deutschlandradios

 

Ein weiteres Thema ist die Histaminintoleranz, dabei handelt sich um eine pseudoallergische Reaktion. Alle Allergie- und Unverträglichkeitstests sind unauffällig, lediglich die Histaminreaktion im Pricktest zeigt eine deutliche Antwort.
Allergien
werden aufgrund einer Immunreaktion, durch die Freisetzung von Histamin, symptomatisch. Bei der Pseudoallergie gibt es diese Immunreaktion nicht, die Symptome sind aber die gleichen. Man misst die Diaminooxidaseaktivität (DAO) und findet diese dann oft erniedrigt, der Histamingehalt im Stuhl ist erhöht, auch der Sammelurin auf Methylhistamin ist ein Messparameter.
Eine mehrwöchige histaminarme Ernährung, dazu hält das Internet viele Tabellen bereit, kann hier mit einem Symptomtagebuch wertvolle Hinweise geben.
Als Notfallhilfe für die Einladung, bei der Sie nicht wieder die Spaßbremse sein wollen, könnte DAOsin (1-4 vor dem Essen) helfen.
Bei Laktoseunverträglichkeit hilft Laktrase (10.000 FFP) und bei Fruchtzuckerunverträglichkeit die Oligase. Drogerien und Apotheken können hier beraten.

Ein weiterer wichtiger Grund für Darmbeschwerden, die sehr schnell nach der Nahrungsaufnahme um den Bauchnabel herum auftreten, kann die Fehlbesiedlung des Dünndarms sein, die durch ein Eindringen der Dickdarmflora in den Dünndarm entstehen kann. Dabei schließt die Ileocoecalklappe, also die Verbindungstür zwischen Dünn- und Dickdarm, nicht richtig. Man spricht dann von SIBO, small intestinal bacterial overgrowth. Der erste diagnostische Schritt ist dann ein Atemtest auf Methan, Wasserstoff und demnächst auch weitere Gase.

Wichtig ist auch der Ausschluss einer exkretorischen Schwäche der Bauchspeicheldrüse, also die Bestimmung der Pancreaselastase im Stuhl.


Bei dem M. Crohn und der Colitis ulcerosa handelt es sich um Autoimmunerkrankungen mit erblicher Häufung, also Erkrankungen, bei denen der Körper sich gegen sich selbst wendet und bei denen man genetische Veranlagungen findet. Der M.Crohn kann vom Mund bis zum After auftreten und auch Fisteln und Abszesse bilden, die Colitis ulcerosa beschränkt sich auf den Dickdarm und macht eher mit Blutungen, Anämie, Schmerzen und Durchfällen auf sich aufmerksam.
Zu der Öffnet externen Link in neuem FensterColitis ulcerosa gibt es zur Zeit eine Studie mit Sojalecithin, das so verkapselt ist, dass es auf natürlichem Weg den Dickdarm erreicht und dort die Oberflächenstruktur der Dickdarschleimhaut stärkt, denn deren Schwäche gilt als die Ursache für die bakterielle Entzündung der Darmwand. Die Teilnahme an der Studie ist kostenlos, es gibt zur Zeit 120 Prüfzentren, eines davon ist in meiner Bremer Praxis 0421-395015. Sie können sich auch auf der Homepage www.dr-wiechert.com, über die Colitis ulcerosa-Studie informieren.

Schulmedizinisch werden diese Erkrankungen mit Medikamenten, die die Entzündung und Immunreaktion unterdrücken, behandelt. Einflussgrößen, wie Sie weiter oben beschrieben wurden, gehören nicht zur Regeluntersuchung.

Maßnahmen, die eine Dysbiose beheben, eine verminderte DAO-Aktivität korrigieren, Substanzen wie Laktrase, Oligase, der Ausgleich von Mikronährstoffmängeln als Therapieerfolgshindernisse bei der Selbstheilung, gehören nicht zum Leistungsspektrum unseres, auf Solidarität aufgestellten, Gesundheitssystems und müssen selbst bezahlt werden.

Interessant ist der häufig nicht unerhebliche Gehalt an Schwer- und Übergangsmetallen im Stuhl, dessen Einfluss sicherlich die Regenerationsfähigkeit einschränkt und von dem man annehmen darf, das 5-10% auch resorbiert werden und sich im Körper ansammeln, wenn sie sich denn nicht im Urin wiederfinden. Neben einer Veränderung der Ernährung, z.B. mit weniger Nickel, denn das ist das Metall mit der höchsten Rate an Kontaktallergien, besteht auch die Möglichkeit die Metalle mit der Chelattherapie aus dem Körper auszuleiten. Davon profitieren dann alle Zellen (TACT-Studie).

 


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