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Kategorie: Sonstiges, Prävention, Therapie, Untersuchungen
20.06.2014 Das vegetative Nervensystem, unsere Software im Hintergrund, quasi das Betriebssystem
Das vegetative Nervensystem, unsere Software im Hintergrund, quasi das Betriebssystem, entscheidet darüber, wie wir funktionieren. Wenn wir, wie z. B. ein Marathonläufer, nur ein Ziel vor Augen haben und dieses mit einer wohl ausgetakteten Maximalausdauerleistung erreichen wollen, dann hat das vegetative Nervensystem keine Zeit für eine Entspannung. Entspannung bedeutet, dass das System sich erholen kann, dass die Arbeitsspeicher, die Fehler in der Registratur, tote Links etc. gelöscht werden können oder das das System sich auch resetet.   Auf den Menschen bezogen...

Das vegetative Nervensystem,

unsere Software im Hintergrund, quasi das Betriebssystem, entscheidet darüber, wie wir funktionieren.

Wenn wir, wie z. B. ein Marathonläufer, nur ein Ziel vor Augen haben und dieses mit einer wohl ausgetakteten Maximalausdauerleistung erreichen wollen, dann hat das vegetative Nervensystem keine Zeit für eine Entspannung. Danach aber muss er sich entspannen können.

Die Mess-Situation, hier sitze ich ganz entspannt und habe jetzt Zeit mich 520 Herzschläge lang nur entspannt zu sitzen, sollte es dem Körper ermöglichen eine ausgeglichenes vegetatives Nervensystem zu zeigen.

Entspannung bedeutet, dass das System sich erholen kann, dass die Arbeitsspeicher, die Fehler in der Registratur, tote Links etc. gelöscht werden können oder das das System sich auch resetet.


Auf den Menschen bezogen, empfinden wir eine solche übersteigerte Leistung zunächst als Anspannung, Stress und vielleicht Muskelverspannung, Schmerzen, Schlafstörung, Erschöpfung, Müdigkeit, Burn-out-Symptomen und es entstehen Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Depression ja sogar bis hin zu Krebs. Das "Reseten" führt zur Erholung, Muskelentspannung, Schmerzlinderung, Aktivierung von Heilungsprozessen, verbesserter Schlafarchitektur, Verbesserungen des Blutdrucks und der Ansprechraten der Insulinrezeptoren, mehr Leistungsfähigkeit etc..
Dieses Thema ist unser täglich Brot und dennoch stößt es ganz oft auf Unverständnis oder es wird unterschwellig kommuniziert, dass man sich nur verdrücken möchte.

Öffnet externen Link in neuem FensterEs gibt aber eine objektive Messmethode, mit der man dieses Phänomen dokumentieren kann, gemeint ist die VNS-Analyse, die Untersuchung des vegetativen Nervensystems. Die Auswertung ist problemlos über eine Messeinrichtung, die wie ein Atemgürtel oberhalb der Brust um den Brustkorb gelegt wird und die Messung erfolgt dann per Bluetooth an das eigentliche Gerät. Die Ergebnisse stehen nach 520 Herzschlägen zur Verfügung und werden dann mit dem Patienten besprochen. Liegt eine Emailadresse vor, wird der Befund sofort versendet und steht neben einer Interpretation zur persönlichen Verwendung zur Verfügung.

Therapeutische Maßnahmen werden ebenfalls sofort kontrolliert, dokumentiert und genauso zur Verfüpgung gestelllt. Dadurch können Sie als Patient auch sofort die Effektivität der therapeutischen Maßnahmen erfassen und aus Überzeugung an Ihrer Genesung mitarbeiten.

Meistens sieht man Dysregulation des autonomen, also nicht direkt beeinflussbaren, Nervensystems im Sinne einer erhöhten Anspannung.

Die Patienten haben dann im Vorfeld oft auch über entsprechende Symptome geklagt, andere kommen aber auch scheinbar erholt aus einer Kur und zeigen dramatisch schlechte Werte. Dahinter verbirgt sich dann oft eine perfektionistische Persönlichkeit, die Beschwerden gering achtet und vielleicht auch gar nicht mehr weiß, wie man sich fühlen kann, wenn man beschwerdefrei ist.

Wieder andere, aber eher vereinzelte, Patienten klagen viel, sind nicht belastbar, zeigen aber optimale Werte. Das sind dann spezielle Fälle für die psychotherapeutischen Fachkollegen oder, wie untere Links aufzeigen, ein Hinweis auf eine Durchblutungsstörung bzw. Stoffwechslestörung der Amygdala und vorderen Hirnanteile.

Dann gibt es noch eine besondere Gruppe, die eingangs übermäßig entspannt ist, wenn man die Messung anschaut, nämlich parasympathisch. Auch das kann ein Grund für Müdigkeit, Erschöpfungssyndrom etc. sein. Hier sollten dann auch die Stresshormone kontrolliert werden.


Für alle diese Fälle habe ich Beispiele, bei denen die klassischen Laborparameter unauffällig sind. Sensiblere Funktionsparameter dagegen können schon Hinweise auf Therapieerfolgshindernisse geben.

Die von uns geschulten Atemübungen zeigen aber in allen Fällen Veränderungen; langfristig im Sinne der Regulationsverbesserung. So wird der übersteigerte Sympathikus gesenkt oder der geschwächte auch gesteigert, gleiches gilt für den Gegenspieler, den Parasympathikus. Die Streubreite der Variationsfähigkeit verbessert sich. Die Fähigkeit sich auf innere und äussere Einflüsse einzustellen stellt sich modulationsfähiger dar.

Anfangs sieht man bei besonders gestressten oder perfektionisten Menschen auch eine kleine Verschlechterung. Nachdem diese aber die Harmlosigkeit der Situation erkannt haben, greifen die oben beschriebenen Regulationsmechanismen.

Neben den Atemübungen gilt es natürlich auch andere Therapieerfolgshindernisse zu erkennen und zu beseitigen.

Die privaten Krankenkassen und Beihilfestellen übernehmen bei entsprechender Indikation die Kosten für diese Untersuchung des vegetativen Nervensystems.

Eine Sondergruppe sind Sportler. Hier eignet sich die Untersuchung für die Objektivierung der mentalen Vorbereitung auf den Wettkampf. Dieses kann auch in visionären Wettbewerbssituationen simuliert werden.

Genauso hilft es dabei, den Moment zu erkennen, an dem ein Übertraining stattfinden würde.

 

Links zu Studien und deren Abstracts:

Öffnet externen Link in neuem FensterDie Untersuchung des vegetativen Nervensystems in der Arbeitsmedizin und verschiedenen Fachdisziplinen mit unterschiedlichen Fragestellungen.

Da die Funktion des autonomen Nervensystems mit verschiedenen Krankheiten und Normabweichungen verbunden ist, nutzen mehrere medizinische Disziplinen (Kardiologie,Diabetologie, Endokrinologie, Neurologie, Intensivmedizin, Sportmedizin, Geburtsmedizin, Pathopsychologie, Pharmakologie) die Herzrhythmusanalyse, jedoch mit ihren eigenen Fragestellungen.
Folgende Fragestellungen aus der Arbeitsmedizin können die Herzrhythmusanalyse betreffen, wobei die Liste nicht vollständig ist:


- Abschätzung des individuellen Herz-Kreislauf-Risikos eines Patienten im Rahmen von betriebsärztlichen Vorsorgeuntersuchungen,
- Nachweis der Neurotoxizität eines langfristig aufgenommenen Schadstoffes (Schwermetalle, organische Lösemittel, Pflanzenschutzmittel, Schwefelkohlenstoff u. a.) im Rahmen der
- Forschung und Begutachtung von entsprechenden Krankheitsbildern,
- Nachweis von Präventionsmaßnahmen, die langfristig die sympathiko-vagale - Balance des vegetativen Nervensystems beeinflusst haben und Beanspruchungsanalysen an Arbeitsplätzen mit vorrangig psychischen Belastungen im Rahmen von arbeits- bzw. psychophysiologischen Untersuchungen.

Sie finden Angaben zu:

- Alter

- Geschlecht

- anlagebedingter Interindividualität

- Tagesrhythmus

- Trainingszustand und Leistungsfähigkeit des Herzens

- Gesundheitszustand akut oder bei chr. Erkrankungen

- Umgebungseinfüsse und Sonstiges

 

Öffnet externen Link in neuem FensterVerschlüsse der Herzkranzgefäßarterien und Analyse der Herzratenvarianz

Obstructive coronary artery disease (CAD) is evident in only half of patients referred for diagnostic angiography. Five-minute heart rate variability (HRV) is a non-invasive marker for autonomic control of the vasculature, which this study hypothesised could risk-stratify cardiac patients and reduce unnecessary angiograms.

Nur für die Hälfte der Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) mit Arterienverschlüssen ist die diagnostische Angiographie (Gefäßdarstellung) notwendig. Die Fünf-Minuten-Herzfrequenz-Variabilität (HRV) ist eine nicht-invasive Methode für die autonome Kontrolle des Gefäßsystems, die diese Studie dals Hypothese aufgestellt, demnach könnten Herzpatienten auf unnötige Angiographien verzichten.

 

Öffnet externen Link in neuem FensterDie Beziehung zwischen der Herzratenvarianz und dem Blutfluß im Gehirn als Meta-Analyse mehrerer Studien.

Die Beziehung ließ sich an Hirnstrukturen wie dem Mandelkern (Amygdala) und dem ventromedialen präfrontalen Kortex (vordere Hirnrindenanteilen) belegen.

Öffnet externen Link in neuem Fenster Die Amygdala ist wesentlich an der Entstehung der Angst beteiligt und spielt allgemein eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung und Wiedererkennung von Situationen sowie der Analyse möglicher Gefahren: sie verarbeitet externe Impulse und leitet die vegetativen Reaktionen dazu ein. Eine Zerstörung beider Amygdalae führt zum Verlust von Furcht- und Aggressionsempfinden und so zum Zusammenbruch der mitunter lebenswichtigen Warn- und Abwehrreaktionen. Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2004http://de.wikipedia.org/wiki/Amygdala#cite_note-2http://de.wikipedia.org/wiki/Amygdala#cite_note-3 belegen, dass die Amygdala bei der Wahrnehmung jeglicher Form von Erregung, also affekt- oder lustbetonter Empfindungen, unabdingbar ist, und vielleicht am Sexualtrieb beteiligt ist.

Öffnet externen Link in neuem FensterDie vorderen Hirnanteile sind mit der Persönlichkeit, dem Kurzzeitgedächtnis, der Langzeitplanung, der Entscheidungsfindung etc. beschäftigt. Wenn Angst, Unsicherheit etc. dadurch in den Vordergrund treten und andere Laborparameter ziemlich in Ordnung sind, dann wäre so ein Messergebnis des vegetativen Nervensystems eine Indiktion für ein PET-MRT.

 

Öffnet externen Link in neuem FensterDie Streuungsbreite der Herzratenvarianz (SDNN) klärt über das Risko eines Herzinfarktes auf und ist dabei wenig anfällig für das Alter des Patienten.

 

Die Beziehung der autonomen Ungleichgewicht, Herzfrequenzvariabilität und Herz-Kreislauf-Risikofaktoren

 

Öffnet externen Link in neuem FensterLangsame Atmung (Atemtraining) verbessert arterielle Baroreflexempfindlichkeit und senkt den Blutdruck bei essentieller Hypertonie (Bluthochdruck).


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