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Kategorie: Prävention, Zecke
21.10.2013 Borrelien sind aktiv, Pilzsucher aufgepasst, Borrelienimpfung in Sichtweite
Die Temperaturen waren am Wochenende nahe 20 °C und da sind auch die Borrelien aktiv. Wer dann durch das Unterholz streift und nach Pilzen sucht, sollte sich danach gründlich nach Zecken absuchen. Noch ist die Zeckenimpfung für den Menschen ncht auf dem Markt, aber im nächsten Jahr soll es dazu wohl eine Phase-III-Studie geben. Interessenten, die über den Start der Studie informiert werden wollen, können sich auf meiner Homepage in eine Warteliste eintragen. Wer nun eine Zecke gefunden hat, könnte diese aufbewahren und im Labor mit einer Polymerasekettenreaktion auf Borrelienbefall untersuchen lassen. Ist das Ergebnis negativ, kann man sich entspannt zurücklegen, ansonsten besteht potentiell eine Infektionsgefahr, die sich aber nur in der Hälfte der Fälle mit einer Wanderröte bemerkbar macht. Da die Krankheit in drei Stadien verläuft, macht es Sinn, sich mit der Thematik auseinander zu setzen. 26 % der Stiche führen zu einer Ü bertragung der Borrelien, also zu einer Infektion, wie "Der Allgemeinarzt 12/2013, S. 37" veröffentlicht. In der Hälfte der Infektionsfälle entwickelt sich auch eine Erkrankung, diese aber zum Teil erst Jahre später.

Die Infektionsgefahr steigt exponentiell mit der Dauer des Saugaktes. Dennoch kann dieses auch bei kleinen Zecken schon nach wenigen Stunden der Fall sein. Die klassischen Symptome wie Wanderröte ab dem fünften Tag nach dem Stich oder grippale Beschwerden nach etwa zwei Wochen oder später auch Muskel- oder Gelenkschmerzen bzw. Herzmuskelbefall sowie Hirnbefall, wenn es Borrelia garinii war, die in der Zecke hauste, müssen nicht zeitnah auftreten, hier können Jahre zwischen Infektion und Symptom liegen und können auch andere Ursachen haben. Die Borrelieninfektion wäre mit einem Antibiotikum behandelbar und könnte viele symptomatische oder anders aufwendige Untersuchungen erübrigen, wenn man denn daran denkt und es sich tatsächlich um eine borreliose handelt.

Neben der oben beschriebenen PCR-Untersuchung der Zecke kann man auch eine Blutuntersuchung mit einem Ausgangsbefund erheben und diesen in 57 Tagen kontrollieren. Eine Bewegung der Antikörpertiter nach oben gilt dann als Infekt, der noch im Westernblot näher aufgeschlüsselt werden sollte. Eine Antibiotikatherapie wäre dann zu erwägen. Der Westernblot identifiziert die Borrelienart und hilft bei der Zuordnung der Beschwerden, wie man sie von bestimmten Borrelienarten kennt. Außerdem hilft es bei der Auswahl der Antibiotika. Borrelia garinii verlangt z. B. nach einem hirngängigen Mittel.

Tritt die Infektion im beruflichen Umfeld auf, sollte man auf diesen Untersuchungen bestehen, da sich daraus ein Anspruch gegenüber der Berufsgenossenschaft ableiten lässt.

Wer eine Unfallversicherung hat, könnte bei einer Borreliose unter Umständen ebenfalls Ansprüche geltend machen. Hierzu sollte man mal ins Kleingedruckte schauen.

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