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Kategorie: Therapie, Vortragsberichte, Lymphdrainage
08.07.2012 Lymphödem und Lymphdrainage, Zusammenfassung des Patientenvortrags in der privatärztlichen Praxis für Allgemeinmedizin am Biopunkt in Bremen
Wofür benötigen wir ein Lymphsystem ? Das Lymphödem ist eine chronische Erkrankung, dafür gibt es angeborene und erworbene Ursachen. Welche Behandlung sehen die Leitlinien vor, was kann man sonst noch tun. Vorführung der pneumatischen 12-Kammer-Lymphdrainage, als Beispiel für eine apparative und sehr effektive Methode der Lymphdrainage für zu Hause und für die Praxis. Kosten zwischen 4,99 und 7,84 €/20 Minuten.

Öffnet externen Link in neuem FensterZum Einstieg ein Film über das Lymphsystem.

Das zuführende Blutsystem unseres Körpers endet quasi blind im Grundgewebe der Versorgungsgebiete und muss von da aus über die kleinen venösen Gefäße, die Venolen, wieder Anschluss an den Hauptstrom der Venen finden.

Dieses gelingt nicht zu 100 Prozent, so dass an einem Tag etwa 2000 Liter Primärlymphe gebildet werden, die sich dann zu ca. 1,6 l/Tag konzentriert.

Die Lymphe räumt also im weitesten Sinne auf und trägt den Müll und die Reste des Filtrates und die Keime, die möglicherwiese in diesem Versorgungsgebiet eingedrungen sind, über die Lymphknotenstationen zum Hauptmilchgang (Ductis thoracicus) von dem aus sie in das Blut zurückgegeben wird.

Sind tatsächlich Keime in den Lymphbahnen, so erkennen wir das möglicherweise an dem zum Herzen laufenden roten Strich, der Lymphangitis. Zur Sepsis, also der Blutvergiftung kommt es nur, wenn diese Keime die Zwischenstation der Lymphknoten auch überwinden und am Hauptmilchgang die Blutbahn erreichen.

Ähnlich wie die Venen haben auch die Lymphgefäße Klappen, die wie bei den Krampfadern durchlässig oder undicht werden können, so dass die Flüssigkeit zurücklaufen kann. Es staut sich dann die Lymphe in den Lymphbahnen und deren Ursprungsgebiet, das Grundgewebe.

Die Lymphbahnen verfügen aber auch über ein Muskelsystem mit dem sie sich alle 10 Sekunden verkürzen und auch wieder entspannen können. Durch diese Peristaltik pumpen sie bei intakten Klappen die Lymphe zum Brustmilchgang.

Bis zu einem bestimmten Grad der Aufdehnung lässt sich die Effektivität des Lymphsystems steigern, ähnlich wie wir es von der Vordehnung des Herzmuskels kennen.

Lymphe ensteht in allen Geweben, also auch in den Eingeweiden, wo wir es ja nicht so leicht sehen. Bauchwasser ist also im weitesten Snne auch Lymphe.

Jede Bewegung und Muskelansprache fördert den Lymphfluß. Das gilt auch fürs Atmen mit Über-und Unterdruck in den Lungen und im Bauchraum, aber auch für die Darmbewegung.

Ganz schlecht sind Einschnürungen, also punktuell zu enge Kleidung oder Umschlingungen durch Blutgefäße, Darmschlingen etc.. Ganz anders ist das beim Kompresionsstrumpf, der einen gleichmäßigen Druck von außen gibt, der von körperfern zu körpernah etwas abnimmt. Dadurch kann man die Entstehung des Lyymphödems mindern und den Abfluss fördern.

Als angeboren gelten nicht angelegte oder nur teilweise angelegte Lymphbahnen. Erworben werden kann ein Lympödem durch Überanstrengung, Einschnürung, Bestrahlung, Operation, Infektion und Entzündung, Gifteinwirkung, Verletzung (Trauma).

Leitliniengemäß werden starke Lymphödeme stationär reduziert in dem täglich manuelle Lymphdrainage, lymphabflussfördernde Bewegungsübungen, Wickelungen bzw. Bandagierugen und Kompressionstrümpfe zur Anwendung kommen.

Danach soll dieser Zustand durch Kompressionsstrümpfe, Übungen in Eigenregie und mehrmals/Woche durchgeführte manuelle Lymphdrainage beibehalten werden. An Sport eignet sich Wassergymnastik, da das Wasser von aussen die Beine zusammendrückt, aber auch gleichmäßige Übungen wie Radfahren oder Wandern. Zu vermeiden sind Kontakt- sowie Stop-and-Go-Sportarten.

Die 12-Kammer-Kompressions-Lymphdrainage hat wie der Kompressionsstrumpf körperfern den  höchsten Druck und bläst sich Kammer für Kammer auf, um sich dann wieder zu entspannen. Der Druck ist individuell und stufenlos von ganz schwach bis kräftig regulierbar. Die Dauer kann von 1 bis 60 minuten eingestellt werden und es können zwei Extremitäten zur Zeit behandelt werden. Also zwei Arme oder zwei Beine oder je ein Arm und ein Bein zeitgleich. Das kann man bei einem Heimgerät so oft wie nötig machen, am besten vor dem Aufstehen, mittags und vor dem Einschlafen.

In der Praxis berechnen wir für 20 Minuten gemäß der GOÄ apparative Kompressionstherapie mit 4,99 € bei einer Extremität und mit 7,84 € bei zwei Extremitäten. Da hier keine Zuzahlung wie bei physiotherapeutischen Anwendungen erfolgt, ist es auch finanziell eine interessante Variante der Lymphdrainage.


Donnerstags-Info-Telefon
17.00 - 18.00 Uhr

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