Kategorie: Sonstiges, Untersuchungen
09.08.2011 Sodbrennen, Refluxerkrankung,
Sodbrennen ist ein Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre. Wie entsteht Sodbrennen und was kann ich dagegen tun. Diesen Artikel habe ich heute auf Sanego.de be/erarbeitet. Dr. med. Dirk Wiechert, Arzt für Allgemeinmedizin in Bremen und in Ritterhude, Sodbrennen.

Es gibt mehrere Ursachen für das Sodbrennen. Offiziell wird beschrieben, dass sich der Winkel zwischen Speiseröhre und oberem Magenanteil  abflacht, so dass die abdichtende Wirkung des scharfen Winkels verloren geht. Das kann durch Übergewicht, Zwerchfellbruch oder Verkürzung der Speiseröhre passieren.

Es haben aber unabhängig davon auch sehr viele andere Menschen Sodbrennen. Es brennt, weil eine zu scharfe Säure in die Speiseröhre fließt. Dort kann sie aber nur hineinfließen, wenn deren Tonus abgeschwächt ist; wenn also die Wände nicht dicht genug aneinanderliegen und die natürliche peristaltische Welle vom Mund zum After nicht physiologisch abläuft und die Säure somit rückwärts laufen kann.

Hier wird dann meistens mit dem Magensäurehemmer, also einem PPI (Protonenpumpenhemmer) oder einem H2-Antihistaminikum gearbeitet, gelegentlich auch mit einem Säurebinder.

Diese Maßnahmen führen zu einem Anheben des pH-Wertes des Magens von 1-2 auf 4-5. Die Säure brennt also nicht mehr so sehr. Zum Vergleich: Apfelsaft hat einen pH-Wert von 3.

Wenn die Säure aber weniger scharf ist, werden vornehmlich eiweißhaltige Nahrungsmittel schlechter aufgeschlüsselt und auch der pH-Reiz auf die Bauchspeicheldrüse, wodurch diese ihre Verdauungsenzyme in den Dünndarm abgibt, wird schwächer. Somit verschärft sich die Fehlverdauung.

Das hat mehrere Folgen.
Zum einen werden wichtige Vitalstoffe aus der Nahrung nicht freigesetzt und es kommt langfristig zu einem Vitalstoffmangel.
Zum anderen wird die weniger gut verdaute Nahrung im Dickdarm durch die Fäulnisflora nachverdaut. Dadurch entstehen Giftstoffe und biogene Amine, die Entzündungen fördern und die Leber belasten. Bei Überlastung der Leber findet man dann auch eine Hirnbelastung z. B. mit Ammoniak.

Diese Entzündungen sind anfangs vielleicht unbemerkt, erhöhen aber das Entzündungsgrundniveau im Körper und vermindern damit die Toleranzbreite für andere Entzündungsreize, die dann zu einem Symptom führen.

Diese Entzündungen können aber auch eine Durchlässigkeit des Darms für Nahrungsbestandteile bewirken (Leaky gut syndrom) und damit IgG-vermittelte Nahrungsmittelunverträglichkeiten auslösen.
Das bedeutet dann, dass ich immer, wenn ich etwas esse, auf das ich eine IgG-Reaktion habe, eine Entzündung auslöse, also eine Abwehrreaktion des Körpers.

Warum betone ich das ?

Diese Reaktionen setzen Histamin frei und Histamin ist ein Trigger für die Magensäureproduktion und die Speiseröhrenentspannung, also für das Sodbrennen.

Wer bis hierher mitgedacht hat, wird erkennen, dass eine Dauertherapie mit Magensäurehemmern nicht gut sein kann. Was machen wir aber dann, denn es brennt ja, wenn ich das Medikament absetze?

Es gilt die Magensäuretrigger zu erfassen:

Dazu gehören Nahrungsmittel wie Alkohol und bestimmte Medikamente, die die Diaminooxidase, das histaminabbauende Enzym im Darmtrakt, hemmen.

Das sind besonders histaminhaltige Nahrungsmittel.
Dazu gibt es im Internet Listen, die den Histamingehalt/100g  Nahrungsmittel angeben oder auch
Artikel zur Nahrungsmittelintoleranz, Pseudoallergie, Histadelie, biogene Amine.


Das sind IgG-vermittelte Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die man laborchemisch erfassen kann. Auch hierzu gibt es Artikel auf meiner Homepage.

Das sind Dysbiosen des Darms, also Fehlbesiedlungen mit z.B. Fäulnisflora, die dann diese Entzündungen und Produktionen von biogenen Aminen und Fuselalkoholen fördern. Es handelt sich also nicht um die klassischen pathogenen Keime, die man bei Durchfall bestimmen lässt.

Das sind die Schwächen der Bauchspeicheldrüse, die exokrine Pancreasinsuffizienz, die man durch eine oder eine Reihe von Stuhluntersuchungen feststellen kann.

Das sind vielleicht schon eingetretene Vitalstoffmängel, die eine Heilung verhindern, die man ebenfalls laborchemisch erfassen kann, aber nicht zum Standardschema der Schulmedizin gehören.

Sie sehen also, wie weit, und dieser Artikel ist keinesfalls erschöpfend, man unter Umständen diagnostizieren und beraten muss, wenn der Körper denn zur Selbstheilung zurückkehren können soll.

Man ist, was man ißt.

Vielen Dank für Interesse, Dr. med. Dirk Wiechert, Arzt für Allgemeinmedizin in Bremen und in Ritterhude, Sodbrennen.


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